Übersicht der wichtigsten deutschen Anbauverbände


Die Idee, Verbrauchern mithilfe eines Siegels Orientierung zu verschaffen, ist nichts Neues. Wer sich im Bio- oder Supermarkt umsieht, wird schnell feststellen, dass es viele unterschiedliche Siegel gibt. Aber warum? Warum ist Bio nicht gleich Bio? Gibt es neben dem EU-Bio-Anbau noch weitere Standards? Die Antwort lautet: JA! 


Vielen Anbau-Verbänden geht die EG-Öko-Verordnung nicht weit genug. Deshalb listet das Bundeszentrum für Ernährung (BzfE), das 2017 als Anlaufstelle für Ernährungsfragen vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gegründet wurde, derzeit acht deutsche Bio-Anbauverbände auf. Jeder Anbauverband setzt die europäischen Regularien als Mindeststandard um, hat zusätzlich aber noch seine eigene Ausrichtung und meist auch Philosophie. 


Es versteht sich von selbst, dass jeder Anbauverband auch sein eigenes Siegel beziehungsweise Logo hat. Interessanterweise gibt es deutschlandweit sogar über 100 Biolabels und ihre zugehörigen Logos. Doch was besagen diese? Worauf weisen sie hin? Das ist für Verbraucher schwer zu durchschauen, es sei denn, sie stellen detaillierte Nachforschungen im Internet an. Um Dir einen ersten Eindruck zu verschaffen, hier ein kurzer Überblick über die Siegel der in Bayern vertretenen Anbauverbände. Zuvor ist aber noch festzuhalten: Alle Anbauverbände setzen die EG-Öko-Verordnung als Mindeststandard um. Sie sind gegen den Einsatz von Gentechnik und setzen zu 100 % auf Bio-Futter, bei EU-Bio sind es nur 95 Prozent.



Demeter e.V.

Die strengsten Regularien vertritt Demeter.
Hier gilt:

  • Keine Enthornung bei Rindern
  • Kein Kükenschreddern
  • Nur 13 Zusatzstoffe sind erlaubt
  • Nitritpökelsalz und Enzyme sind nicht erlaubt
  • Nur Aromaextrakte der namensgebenden Pflanze sind erlaubt
  • Keine „natürlichen Aromen“ erlaubt
  • Zulässiger Tierbesatz: 140 Legehennen, 280 Masthühner, 10 Mastschweine und 2 Milchkühe pro ha und Jahr 

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Naturland e.V.

Naturlands Richtlinien besagen:

  • Zulässiger Tierbesatz: 140 Legehennen, 280 Masthühner und 10 Mastschweine pro ha und Jahr
  • 22 Zusatzstoffe sind erlaubt
  • Der Einsatz von natürlichen Aromen und Enzyme ist je nach Produktgruppe eng begrenzt
  • Enthornung bei Rindern wird nicht empfohlen
  • Ausschluss von Fleisch-, Blut- und Knochenmehl als Dünger 

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Bioland e.V.

Bioland achtet darauf:

  • ca. 25 Zusatzstoffe sind erlaubt
  • Nitritpökelsalz ist verboten, Enzyme sind nur produktspezifisch zugelassen
  • Enthornung bei Rindern ist im Ausnahmefall zugelassen
  • Zulässiger Tierbesatz: 140 Legehennen, 280 Masthühner, 10 Mastschweine und 2 Milchkühe pro ha und Jahr


Details zu Bioland




Naturland

Die zusätzlichen Richtlinien von Naturland Fair:

  • Soziale Verantwortung
  • Verlässliche Handelsbeziehungen
  • Faire Erzeugerpreise
  • Regionaler Rohstoffbezug
  • Gemeinschaftliche Qualitätssicherung
  • Gesellschaftliches Engagement
  • Unternehmensstrategie und Transparenz

Bio Bayern

Die Richtlinien von Bio Bayern:

  • Zulässiger Tierbesatz: 140 Legehennen, 280 Masthühner und 10 Mastschweine pro ha und Jahr
  • Im Gemüsebau kein Einsatz von erdenlosen Kulturverfahren (Ausnahme Sprossenerzeugung)
  • Ausschluss von Fleisch-, Blut- und Knochenmehl als Dünger
  • Deutlich wenigere Zusatzstoffe erlaubt als bei EU-Bio

Biokreis

Biokreis Besonderheiten sind:

  • Regional begrenzt: Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg, Thüringen und Österreich
  • Zulässiger Tierbesatz: 140 Legehennen, 280 Masthühner und 10 Mastschweine pro ha und Jahr
  • Deutlich wenigere Zusatzstoffe erlaubt als bei EU-Bio
  • Ausschluss von Fleisch-, Blut- und Knochenmehl als Dünger 




Die Bio-Siegel der Anbauverbände genau erläutert


Demeter

Der älteste Bioverband in Deutschland ist Demeter. Er existiert schon seit 1924 und ist heute weltweit auf allen Kontinenten tätig. In Deutschland arbeiten für ihn 1.500 Landwirte und 330 Hersteller und Verarbeiter sowie Vertragspartner aus dem Natur- und Reformwaren-Großhandel. Mehr als 500 Demeter Partner-Läden engagieren sich intensiv für die biodynamische Qualität, wie Demeter sie vertritt. Die Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise geht auf die Impulse Rudolf Steiners zurück, der Anfang des 20. Jahrhunderts beispielsweise auch die Waldorfpädagogik initiierte. Aufgrund einer lebendigen Kreislaufwirtschaft gilt diese Landwirtschaft als nachhaltigste Form der Landbewirtschaftung. Sie setzen im Vergleich zur EU zum Beispiel auf Gesamtbetriebsumstellung, Verzichten auf das Enthornen der Kühe und auf das Schreddern von Küken. Das Futter muss zu 100 Prozent Biofutter sein. Sie gehen viel strenger mit der Verwendung von Zusatzstoffen und Aromen um. Natürliche Aromen sind verboten, nur bestimmte Aromenextrakte sind zugelassen.

Naturland

Sowohl regional als auch global tätig ist Naturland. Mit rund 54.000 Erzeugern aus 52 Ländern sowie mehr als 800 Verarbeitern ist Naturland einer der größten ökologischen Anbauverbände. Allein in Deutschland arbeiten 3.500 Erzeuger nach seinen Richtlinien. Im Zentrum steht ein ganzheitlicher Ansatz, der nachhaltiges Wirtschaften, praktizierter Natur- und Klimaschutz, Sicherung und Erhalt von Boden, Luft und Wasser sowie der Schutz des Verbrauchers beinhaltet. Die Regelwerke decken auch Bereiche ab, die von der EG-Öko-Verordnung nicht geregelt sind: zum Beispiel die ökologische Waldnutzung, Textil- und Kosmetika-Herstellung oder auch soziale Aspekte.

Bioland

Mit seinen über 7.300 Landwirten, Gärtner, Imker und Winzer gehört Bioland zu den größten Anbauverbänden in Deutschland. Neben den Erzeugern arbeiten auch 1.000 Partner aus Herstellung und Handel wie Bäckereien, Molkereien, Metzgereien und Gastronomie nach dem eigenen Leitbild, das folgende Aspekte betrifft: Kreislaufwirtschaft, Förderung der Bodenfruchtbarkeit, artgerechte Tierhaltung, nachhaltige Erzeugung wertvoller Lebensmittel, Förderung der biologischen Vielfalt, Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen und Sicherung eines lebenswertes Umfeldes.

Bio Bayern

In Anlehnung an diese Siegel der Anbauverbände hat Bayern noch ein zusätzliches bayerisches Bio-Siegel ins Leben gerufen, um die Herkunft der Produkte stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Dieses Logo orientiert sich an den Regularien des EU-Bio Siegels und setzt den Fokus auf Regionalität und aus Bayern und fördert den fairen Handel.


Biokreis

Das Ziel des Biokreis ist beispielsweise die Förderung einer engen regionalen und fairen Zusammenarbeit der Beteiligten. Hierfür arbeiten mittlerweile 1300 Landwirte, 200 Verarbeiter und 200 Verbraucher in einem Netzwerk nach den Biokreis-Richtlinien zusammen. Grundvoraussetzung für eine Zertifizierung ist zum Beispiel eine Komplettumstellung des Betriebes auf ökologischen Landbau.


Naturland Fair

Das Naturland Fair Zeichen steht für die drei Komponenten: Ökologisch, sozial und fair. Das heißt, die Produkte bestehen aus ökologisch erzeugten und fair gehandelten Zutaten. Neben den Naturland Richtlinien stehen weitere Kriterien im Fokus wie faire Erzeugerpreise und soziale Verantwortung.




Was zeichnet Bio-Lebensmittel nach EU-Richtlinien aus?


Generell ist der Begriff „Bio-Lebensmittel“ von der EU gesetzlich definiert und bezeichnet Lebensmittel, die mittels ökologischer Landwirtschaft hergestellt werden. Sie dürfen zu 95% nicht gentechnisch verändert sein und werden ohne Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln – also pestizidfrei – , ohne Kunstdünger oder ohne Klärschlamm angebaut. Um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten oder zu verbessern, werden stattdessen mit organischen – möglichst hofeigenen – Düngern die Kleinstlebewesen und Mikroorganismen in der Erde gefördert. Auch ein schonender Umgang mit der Humusschicht, dem Anbau von Zwischenfrüchten und Gründüngung trägt zu einer Besserung sowohl der Bodenstruktur als auch des Wasserhaltevermögens bei. 


Wollen Landwirte ihre Erzeugnisse nach der Ernte konservieren, dürfen sie nicht auf ein radioaktives Verfahren – ionisierend bestrahlen – zurückgreifen. Zusätzlich enthalten Bio-Lebensmittel weniger Zusatzstoffe als konventionell hergestellte Produkte. In der EG-Öko-Verordnung sind derzeit 47 Zusatzstoffe (350 Zusatzstoffe bei konventionellem Anbau) erlaubt, die nur dann verwendet werden dürfen, wenn die Erzeugnisse ohne den betreffenden Zusatzstoff weder hergestellt noch haltbar gemacht werden können. Stoffe wie beispielsweise Bienenwachs (E901), Carnaubawachs (E903), Schwefelsäure (E513) und Natriumhexacyanoferrat (E553b) sind als sogenannte technische Hilfsstoffe erlaubt, die nicht auf den Produktetiketten angegeben werden müssen. 


Auch der Einsatz von Aromen ist in Bio-Produkten klar geregelt: Künstliche Aromen dürfen nicht verwendet werden, natürliche schon. Wobei ein natürliches Aroma definitionsgemäß ein Aromastoff ist, der „durch geeignete physikalische, enzymatische oder mikrobiologische Verfahren aus pflanzlichen, tierischen oder mikrobiologischen Ausgangsstoffen gewonnen […] wird. Natürliche Aromastoffe sind Stoffe, die natürlich vorkommen und in der Natur nachgewiesen wurden.“[VO (EG) Nr. 1334/2008, Art. 3, Abs. 2 c]

 

Auch tierische Produkte müssen der EG-Öko-Verordnung unterliegen. Das bedeutet, sie dürfen in der Regel nicht mit Antibiotika oder Wachstumshormonen behandelt werden – schon gar nicht vorbeugend. Es gilt die Einzeltierbehandlung im Krankheitsfall. Das Tierfutter muss zu 95 Prozent aus Biofutter bestehen und darf kein genverändertes Futter enthalten. Zudem ist die konventionelle Massentierhaltung verboten. Die Anzahl der Tiere ist grundsätzlich an die landwirtschaftliche Nutzfläche gebunden (flächengebundener Viehbesatz), sodass die Futterversorgung im Rahmen des eigenen Betriebes erfolgen kann. Die Haltungssysteme müssen auf die Bedürfnisse der einzelnen Tierarten abgestimmt sein.


Detusches Biosigel und EU Bio Siegel

Das dt. Bio Siegel und das EU Bio Siegel
Um Bio-Lebensmittel für den Verbraucher besser von konventionellen Produkten unterscheiden zu können, führte Deutschland 2001 das staatlich kontrollierte Bio-Siegel ein, mit dem nur nach der EG-Öko-Verordnung hergestellte Lebensmittel gekennzeichnet werden dürfen. 2010 folgte die Europäische Union mit ihrem eigenen Bio-Siegel.




Welches Bio-Siegel ist das beste?

Jetzt stellst Du dir wahrscheinlich die Frage: Und welches Siegel ist jetzt das beste? Das zu beantworten ist nicht einfach, da es darauf ankommt, worauf Du Wert legst. Die höchste Bio-Qualitätsstufe (Vergleiche die Zusatzstoffe, Enthornung, usw.) hat Demeter. Biokreis und das bayerische Bio-Siegel setzen verstärkt auf die Regionalität. Bioland und Naturland haben ebenfalls einen hohen Bio-Qualitätsstandard und setzen sich deutlich von der EG-Öko-Verordnung ab. Zusätzlich hat Naturland noch eine weitere Unterscheidung: Naturland Fair. Hier wird sowohl auf einen hohen Bio-Standard, als auch auf faire Arbeitsbedingungen inklusive Löhne gesetzt.


Warum legen wir großen Wert auf diese Siegel?

Da wir keine tierischen Produkte anbieten, legen wir den Fokus eher auf die landwirtschaftlichen Vorzüge und spezialisieren uns auf hohe Bio Qualität. Demeter hat die höchste Bio Qualitätsstufe. Im Shop bieten wir deshalb möglichst viele Produkte in Demeter-Qualität an. So haben wir fast ausschließlich Demeter-Tees und Demeter-Essige im Sortiment. Auch Demeter Getreideprodukte, Nudeln sowie Kaffee.


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